Ich war nach der Schule 9 Monate Zivi auf einer Intensivstation. In der Zeit bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass es "nur" eine Frage der Gewöhnung ist, wie viele Menschen man sterben sieht, bis es einen nur noch sehr wenig berührt.
Der Ausdruck in Krankenhäusern mag recht hart klingen, aber im Prinzip ist es die Wahrheit. Manche Menschen sind selbst Schuld daran, bspw. durch Alkoholismus oder zu großen Drogenkonsum. Andere können nichts dafür, z.B. jene, die erblich bedingt zur Fettleibigkeit neigen und dann Herzprobleme bekommen. Im Endeffekt muss man aber bei beiden Seiten relativ hartgesotten sein, um es verarbeiten zu können.
Ich war anfangs relativ erleichert, dass noch keiner in meinen Schichten gestorben ist, da mir allein die Tatsache schon nahe ging, am Morgen einen Beutel zu sehen, auf dem ein Teddy saß, der wohl "Werd bald wieder gesund" wünschen sollte und am Vorabend mit einem Patienten eingeliefert wurde. Als dann "der erste Ex" kam, ging mir das sehr nahe. Aber als Zivi hat man leider nicht viel Zeit zum Verarbeiten. Bettstelle desinfizieren, weitermachen. Ich bin dann irgendwann nach der Pause noch rausgegangen, hab mir eine angezündet. Ich glaube, die Schwestern hatten Verständnis. Einige versuchen, sich mit Scherzen aufzuheitern, wenn sie jemanden zur Aufbahrung fahren. Andere schweigen drüber.
Ich habe jedoch für zwei Sachen eher weniger Verständnis. Das sind zum einen junge bis z.T. sehr junge Menschen, die sich umbringen. Ich bin der Überzeugung, dass es immer eine Lösung gibt, und wenn sie darin besteht, woanders neu anzufangen.
Manche kündigen es mehrere Male vorher an und werden dadurch nicht mehr ernst genommen, denn wer sich wirklich umbringen will, findet einen Weg. Deshalb wird davon ausgegangen, sie meinen es nicht ernst. Wobei hier der Fehler beim Umfeld zu suchen ist.
Zum Anderen verstehe ich Menschen nicht, die sich im Prinzip in allerletzter Sekunde noch umentscheiden. Ich will und darf nicht auf genauere Beispiele eingehen, aber es gibt tatsächlich Menschen, die in den letzten Momenten ihren Tod, den sie sich selbst zufügen wollten, zu verhindern. Und Selbstmord ist eine Tat, die man nicht aus plötzlichen Emotionen heraus begehen sollte.
Mit der Zeit normalisiert sich meine Einstellung zu diesem Thema wieder. Irgendwann, nach ein paar Monaten und vor allem in den letzten Wochen, hatte mich der Tod nicht mehr berührt. Im Gegenteil, er hat mich gestört. Eine Bettstelle mehr zu putzen und im Hintergrund die Angehörigen, die nach einem "Warum?" fragen, auf dass sie die Antwort entweder kennen oder nicht verstehen würden.
Was sich allerdings bei mir gefestigt hat, ist die Einstellung dazu, wie Menschen sterben. Sie bekommen Medikamente, hängen an Maschinen und liegen nur noch herum. Abgesehen davon gibt es noch andere Dinge, die sich verschlimmern, die ich hier allerdings nicht erwähnen will. Ich war vorher der Meinung, man müsse einen Menschen versuchen am Leben zu lassen, aber das ist kein Leben. Das ist ein Stadium, zu dem ich sage, dass dieser Mensch sterben sollte, denn aus seinen Augen strahlt kein Lebenswillen mehr, wenn er sie aufschlägt, und eine komplette Genesung wäre erst vollzogen, wenn ihn der biologische Tod schon ereilt hätte. Meiner Ansicht nach gibt es in Krankenhäusern zu viele Menschen, die leiden, nur, weil ihre Angehörigen sie unbedingt am Leben erhalten wollen. Der Tod ist ein schmerzhafter Abschied, sicher. Aber wer seinen Mann, seinen Vater oder einfach nur seinen Freund wirklich lieb hat, sollte ihn aufgeben, wenn selbst Ärzte die Lage schon so einschätzen.
Der Tod gehört zum Leben wie die Nacht zum Tag - oder der Tag zur Nacht, je nachdem, wie man's gern hätte.
Der Ausdruck in Krankenhäusern mag recht hart klingen, aber im Prinzip ist es die Wahrheit. Manche Menschen sind selbst Schuld daran, bspw. durch Alkoholismus oder zu großen Drogenkonsum. Andere können nichts dafür, z.B. jene, die erblich bedingt zur Fettleibigkeit neigen und dann Herzprobleme bekommen. Im Endeffekt muss man aber bei beiden Seiten relativ hartgesotten sein, um es verarbeiten zu können.
Ich war anfangs relativ erleichert, dass noch keiner in meinen Schichten gestorben ist, da mir allein die Tatsache schon nahe ging, am Morgen einen Beutel zu sehen, auf dem ein Teddy saß, der wohl "Werd bald wieder gesund" wünschen sollte und am Vorabend mit einem Patienten eingeliefert wurde. Als dann "der erste Ex" kam, ging mir das sehr nahe. Aber als Zivi hat man leider nicht viel Zeit zum Verarbeiten. Bettstelle desinfizieren, weitermachen. Ich bin dann irgendwann nach der Pause noch rausgegangen, hab mir eine angezündet. Ich glaube, die Schwestern hatten Verständnis. Einige versuchen, sich mit Scherzen aufzuheitern, wenn sie jemanden zur Aufbahrung fahren. Andere schweigen drüber.
Ich habe jedoch für zwei Sachen eher weniger Verständnis. Das sind zum einen junge bis z.T. sehr junge Menschen, die sich umbringen. Ich bin der Überzeugung, dass es immer eine Lösung gibt, und wenn sie darin besteht, woanders neu anzufangen.
Manche kündigen es mehrere Male vorher an und werden dadurch nicht mehr ernst genommen, denn wer sich wirklich umbringen will, findet einen Weg. Deshalb wird davon ausgegangen, sie meinen es nicht ernst. Wobei hier der Fehler beim Umfeld zu suchen ist.
Zum Anderen verstehe ich Menschen nicht, die sich im Prinzip in allerletzter Sekunde noch umentscheiden. Ich will und darf nicht auf genauere Beispiele eingehen, aber es gibt tatsächlich Menschen, die in den letzten Momenten ihren Tod, den sie sich selbst zufügen wollten, zu verhindern. Und Selbstmord ist eine Tat, die man nicht aus plötzlichen Emotionen heraus begehen sollte.
Mit der Zeit normalisiert sich meine Einstellung zu diesem Thema wieder. Irgendwann, nach ein paar Monaten und vor allem in den letzten Wochen, hatte mich der Tod nicht mehr berührt. Im Gegenteil, er hat mich gestört. Eine Bettstelle mehr zu putzen und im Hintergrund die Angehörigen, die nach einem "Warum?" fragen, auf dass sie die Antwort entweder kennen oder nicht verstehen würden.
Was sich allerdings bei mir gefestigt hat, ist die Einstellung dazu, wie Menschen sterben. Sie bekommen Medikamente, hängen an Maschinen und liegen nur noch herum. Abgesehen davon gibt es noch andere Dinge, die sich verschlimmern, die ich hier allerdings nicht erwähnen will. Ich war vorher der Meinung, man müsse einen Menschen versuchen am Leben zu lassen, aber das ist kein Leben. Das ist ein Stadium, zu dem ich sage, dass dieser Mensch sterben sollte, denn aus seinen Augen strahlt kein Lebenswillen mehr, wenn er sie aufschlägt, und eine komplette Genesung wäre erst vollzogen, wenn ihn der biologische Tod schon ereilt hätte. Meiner Ansicht nach gibt es in Krankenhäusern zu viele Menschen, die leiden, nur, weil ihre Angehörigen sie unbedingt am Leben erhalten wollen. Der Tod ist ein schmerzhafter Abschied, sicher. Aber wer seinen Mann, seinen Vater oder einfach nur seinen Freund wirklich lieb hat, sollte ihn aufgeben, wenn selbst Ärzte die Lage schon so einschätzen.
Der Tod gehört zum Leben wie die Nacht zum Tag - oder der Tag zur Nacht, je nachdem, wie man's gern hätte.
Es sind üblicherweise die, die die, die die die, die nichts wissen, aber im Gegensatz zu diesen glauben, zu wissen, im Wissen, dass sie wissen, belehren können.

