Homosexualität... *wissen will*

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    • @Salev:

      Ja richtig, der Verwaltungsapparat erteilt Bürgerrechte nicht nach dem Volumen des zu erwartenden Einkommens, was ich für einen Rechtsstaat auch relativ passend finde. Mir ist es aber dennoch sehr wichtig, noch einmal hervorzuheben, dass selbst nach deinen neoliberalen Kriterien die Rechnung, die du anstellst nicht rentieren würde, und das was du beleglos als „normal“ hinstellst, nicht den gelebten Tatsachen entspricht. Nochmal: ich (als Linke) stimme diesen Rechnungen nicht zu, will aber eine gesetzt-der Fall-Rechnung bemühen.

      Zweierlei:
      1) Zum einen ist natürlich nicht die Anzahl der Kinder, sondern die Summe, die in das Sozialsystem eingezahlt wird für den Staat relevant. Ein Oberarzt-Einzelkind bringt also dem Staat mehr als fünf Einzelhandelskaufleut-Kinder, wenn wir schon bei den beinharten Kalkulationen sind. Faktum ist, dass homosexuelle Paare sowie deren Kinder so eklatant besser ausgebildet und besserverdienend sind, dass wir das in unsere Rechnung einbeziehen müssen, wie ich fürchte, vor allem da GERADE versehentlich und in zu früh gezeugte Kinder überdurchschnittlich oft arbeitslos sind.
      2) Wir sprechen von cirka 119.000 unterhaltspflichtigen Kindern, die im Jahr 2012 in gleichgeschlechtlichen (fast ausschließlich lesbischen) Partnerschaften aufwuchsen. Dies ist im Hinblick auf die Größe der Minderheit eine annähernd so große Zahl wie die Anzahl der Kinder in heterosexuellen Beziehungen und deswegen keinesfalls der „unnormale Fall“, wie du es in deinem Blogeintrag hinstellst. Auch nach Erhebungen ist der Kinderwunsch bei Homos so groß wie bei Heteros, würde man nur den Weg ein klein Bisschen vereinfachen.
      Soviel dazu.


      Original von Bereth
      Vas-y beispielsweise hat einen wunderbaren Post geschrieben, wie er damit umgeht; und wir sind geneigt, das als mutig zu empfinden (und ich bin mir sicher, dass dich das einiges an Überwindung gekostet hat, dafür ziehe ich meinen Hut vor dir). Aber warum? Wieso ist es mutig, sich einen "Stempel" aufzudrücken? Wozu ist das notwendig? Wieso müssen wir über etwas diskutieren, das so selbstverständlich wie die Luft zum Atmen sein sollte? Kann uns nicht egal sein, welche Formen die Liebe annehmen kann, solange sie sich richtig anfühlt?
      Mir geht dieser ganze Wahn, alles benennen und erklären zu müssen, furchtbar auf den Keks. Und mich interessiert brennend, wie ihr diesen "Zwang" betrachtet, Dingen unbedingt einen Namen geben zu müssen


      Ein Label ist dann schlecht, wenn es präskriptiv ist, also dann wenn es uns etwas vorschreibt, meiner Ansicht nach aber nicht dann, wenn es deskriptiv ist. Ich bin sowohl in meinen Augen als auch in denen der Öffentlichkeit beispielsweise Österreicherin, auch wenn Staaten natürlich willkürliche Phantasiekonstrukte sind, die auf keiner realen Evidenz beruhen. Das ist ja kein Problem, solange ich mich nicht gezwungen sehe, Steirerhüte zu tragen und auf meinem Schreibtisch zu schuhplatteln. Du siehst dich vielleicht auch in gewisser Hinsicht selbst als Frau, obwohl auch Geschlecht ja eine fluide Kategorie ist, die nicht unbedingt zu geschlechtstypischem Verhalten veranlassen muss. Und so sehr wie bspw. ich zwei x-Chromosomen besitze, so sehr begehre ich auch seit ich mich erinnern kann nur Frauen, und ja, ich bin mir sicher, dass ich mich niemals in einen Mann verliebe. Denn ich bin, ähnlich wie es mir nicht möglich ist, ein Kind anziehend zu finden, nicht in der Lage, einen Mann als körperlich attraktiv wahrzunehmen. Vas-y geht es sicher mit Männern ebenso (;-)).
      Dass es ein mutiger Schritt ist, sich ein Label aufzudrücken liegt eben deswegen auch nicht IN einem, sondern in der Gesellschaft. Es ist mutig und zuweilen schwer, sich gegen die Gesellschaft aufzulehnen – das ist der Sinn und die Überwindung. Ein Label ist dann eines, wenn es mehr als die Wahrheit umfasst oder Individualität mit überindividuellen, damit nicht zusammenhängenden Tatsachen verbindet („Ich bin eine Frau, deswegen muss ich Stöckelschuhe tragen“). Allein die Aussage zu treffen, dass man gleichgeschlechtlich begehrt und sich dessen sicher ist, ist reflektiert, kein Schubladendenken.
      when in doubt, do it.

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    • Danke Bereth, für den Dreh im Thread. :)
      Original von BerethKann eine Frau, die sich als lesbisch identifiziert, sicher sein, dass sie sich niemals emotional zu einem Mann hingezogen fühlt? Kann ein Mann, der sich als heterosexuell identifiziert, sicher sein, niemals Gefühle für einen anderen Mann zu entwickeln?

      Ich würde diese Fragen klar mit "Nein" beantworten (und somit hoffentlich nicht Titanias ewigen Zorn auf mich ziehen xD).
      Das hängt für mich aber mit dem Begriff der Sexualität allgemein zusammen. Sexualität, wenn sie normierend wie bei Homosexualität, Bisexualität, Pansexualität, Heterosexualität etc. gebraucht wird, haftet eine gewisse 'Ewigkeit' an.
      Wer heute sagt heterosexuell zu sein, bzw. nicht sagt eine andere Sexualität zu besitzen, der trägt dieses Label ein Leben lang.

      Für mich beschreibt Sexulität den aktuellen Zustand, der sich aus den Erfahrungen der Vergangenheit, dem aktuellen Liebesleben und den Wünschen/Sehnsüchten und Phantasien zusammensetzt.
      Wenn ich mich nur in Frauen verliebt und mit ihnen Sex hatte, wenn ich aktuell mich zu Frauen hingezogen fühle und in meinen erotischen Phantasien nur Frauen vorkommen, dann kann ich über meine aktuelle Lebenssituation das Label "Heterosexuell" (als Mann) verhängen. Aber woher kann ich heute wissen, dass ich nicht neue Erfahrungen machen werde, die meine Sexualität verändern (eine experimentierfreudige Partnerin, die mich überredet, Phantasien die sich bilden, erotische Begegnungen mit dem eigenen Geschlecht...)?
      Meiner Erfahrung nach, stürzt es viele Menschen in eine Kriese, wenn sich ihre Sexualität weiter öffnet oder verändert, da sie ihr Leben lang probiert haben sie in ganz enge und klare Grenzen zu pferchen.
      Aber wenn eines nicht kategorisierbar ist, dann die menschliche Sexulität.

      Wie immer gilt jedoch, dass ich mit dieser Ansicht nur für mich sprechen kann. Wenn Menschen ganz genau wissen, dass sie sich niemals zu einem bestimmten Geschlecht hingezogen fühlen werden, dann ist das eine beneidenswerte Klarheit. Ich kann das nicht.
      Dies könnte jedoch aber wieder ein Problem der Bi-/Pansexualität per se sein (um dem Ganzen wieder ein Label aufzudrücken). ;-P

      "Time passes, people move... Like a river's flow,it never ends... A childish mind will turn to noble ambition... Young love will become deep affection... The clear water's surfacereflects growth...
      Now listen to the Serenade of Water to reflect uponyourself...."


    • Ich stimme Clemo zu.

      Es gibt Studien und Untersuchungen die zeigen, dass Frauen, die nie sexuellen Kontakt oder auch nur ein sexuelles Bedürfnis zu Frauen hatten, durchaus romantische Gefühle für diese entwickeln können. Selbes gilt für den Mann.
      Man nennt es die "bisexuelle Phase", bei Frauen ist diese oft während oder kurz nach der Pubertät (meist zwischen 14 und 25), bei Männern tritt sie dagegen oft eher im Alter um die 50 bis 60 auf. Dieses romantische Interesse ist oft auch nur auf eine einzelne Person des selben Geschlechts fixiert, es ist insofern kein "OMG, ich steh auf Männer"-Moment, sondern eher ein "OMG, ich steh auf einen Mann"-Moment.
      Diese Phase tritt offenbar bei knapp 90% der befragten Personen zu, auch wenn natürlich nicht alle Frauen die Phase so früh oder alle Männer die Phase so spät haben. Es gibt auch die Fälle, wo der Mann früh oder die Frau spät dieses einmalige Interesse hat. Und natürlich Fälle, wo es mitten im Leben passiert (es ist halt nur so, dass es meist so ist, dass Frauen sie recht früh und Männer sie recht spät haben).
      Und natürlich verdrängen die Meisten die Phase, versuchen insofern nicht, mit diesem Moment zu experimentieren oder gar diese Person irgendwie auf sich aufmerksam zu machen.

      Darauf stützt sich ja z.B. auch die "Eigentlich sind alle Menschen bisexuell"-These, weil halt eine überragende Mehrheit mind. einmal im Leben - ob sie es sich selbst eingestehen wollen oder nicht, ob sie es zulassen und ausleben oder nicht - homosexuelle bzw heterosexuelle Gefühle für jemanden hat.


      Deshalb, die Sexualität ist an sich überraschenderweise nicht so starr wie man meint.
      Es gibt ja auch nicht nur hetero, homo und bi.
      Bisexuelle sind z.B. in der Lage, zwei Geschlechter zu lieben (Mann und Frau), es gibt aber auch Pansexuelle, die ALLE Geschlechter lieben (also auch androgyne, transexuelle, etc). Es gibt die Asexuellen, die nie über die platonische Liebe hinausgehen. Oder Demisexuelle, die durchaus Lustgefühle entwickeln können, aber nur, wenn die emotionale Liebe SEHR stark ist. Dann gibt es noch als Gegensatz zum Asexuellen die Hedonisten, die meist nicht wirklich Liebesgefühle entwickeln und stattdessen nur daran interessiert sind, "sich gut zu fühlen" (insofern durchaus eine Beziehung und auch Sex haben, aber letztlich nie eine emotionale Bindung aufbauen).
      Viele Bisexuelle könnten in Wirklichkeit pansexuell sein und es nicht wissen. Menschen, die sich als schüchterner Hetero fühlen, sind vielleicht demisexuell. Zumal die Übergänge zwischen den Sexualitäten fließend sind und eher selten stark abgetrennt.

      Ich mein, es gibt massig Fälle, wo Homosexuelle Angst vor dem Outing und den Konsequenzen haben und daher heiraten, Kinder bekommen, als vermeintliche Heterosexuelle leben. Diese lieben oft genug auch ihren Ehepartner, fühlen sich diesem aber nunmal sexuell nicht angezogen. WEIL sie homosexuell sind.
      Sprüche wie "Ich könnte niemals mit XY" sind oft Sätze, die ironischerweise aus Angst vor der eigenen Sexualität kommen. Homosexuelle experimentieren viel und bemerken gerade dadurch, dass sie definitiv kein Interesse am anderen Geschlecht haben, (vermeintliche) Heterosexuelle dagegen bleiben oft in ihrem Kasten und verdrängen dadurch selbst die bisexuelle Phase, was vermutlich den Eindruck erweckt, man wäre fest in der Sexualität verankert.
      Sexualität ist aber keine Schublade. Es ist ein langer Blumenkasten, wo ganz links die Veilchen und ganz rechts die Tulpen sind und jeder von uns kann irgendwo dazwischen sein. Und im Laufe des Lebens gehen unsere Wurzeln oder Blätter dann vielleicht mal zur einen oder anderen Seite etwas weiter, nur um dann später vielleicht doch zurückzugehen. Und wir bestimmen dabei halt quasi selbst, ob wir diese wachsenden Blätter und Wurzeln von uns abtrennen und damit vergessen oder ob wir ausprobieren, ob Licht und Erde dort vielleicht besser sind.
    • "If it's pretty, fuck it. There is no gay."



      ...ich glaub, so kann man viele Einstellungen sehr gut zusammenfassen. :'D Außerdem, straft mich mit bösen Blicken wenn's sein muss, aber dass jede mögliche und unmögliche Präferenz inzwischen ein eigenes Wort hat, verwirrt mich inzwischen einfach nur noch.


      (Ja, man kann draufklicken)
    • Original von MangaEngel
      es gibt aber auch Pansexuelle, die ALLE Geschlechter lieben (also auch androgyne, transexuelle, etc).


      Ich habe letztens aus Langeweile Wikipedia durchforstet und verstehe nicht: Was unterscheidet Pansexualität von Polysexualität? Ich hatte das so verstanden, dass sich ersteres nicht nur auf Menschen bezieht, zweiteres eben das ist, was du beschreibst? Ich habe aber auch keine Ahnung wie korrekt die Artikel und die zugehörigen Diskussionen da sind und was genau die widerspiegeln (streng wissenschaftliche Definition, psychologische oder biologische Begrifflichkeiten, "Umgangssprache"...).
      Wollte dich das eh schonmal gefragt haben lol. Im Endeffekt dachte ich mir dann aber auch das was bereth sagte, dass es ja sowieso scheiß egal ist, wie man es letztendlich nennt. Aber wo es grad angesprochen wird... O/
    • Original von Bereth
      Aber warum? Wieso ist es mutig, sich einen "Stempel" aufzudrücken? Wozu ist das notwendig? Wieso müssen wir über etwas diskutieren, das so selbstverständlich wie die Luft zum Atmen sein sollte? Kann uns nicht egal sein, welche Formen die Liebe annehmen kann, solange sie sich richtig anfühlt?

      Zu allererst ein Dankeschön für den notwendigen Themenwechsel. Ich bin in einem konservativen Familienumfeld aufgewachsen, in dem bedenkenlos eine politische Partei gewählt wird, die Stimmung gegen Sexualitäten abseits der Heteronorm (z.B. ein prominenter Sager "Homosexualität ist eine Kultur des Todes") verbreitet. Auch wenn ich dir noch so zustimme, dass die Sexualität eines Menschen nicht ständig im Mittelpunkt stehen soll und jeder den lieben soll, den er für gut findet: ich bin trotzdem ein Teil der Gesellschaft, die auf mich einwirkt und mich prägt. Es war für mich nicht möglich, meine Sexualität meinen Eltern gegenüber NICHT zum Thema zu machen, weil sie sich mit anderen Formen der Sexualität bisher nicht auseinandergesetzt haben und mich noch weniger verstanden hätten, wenn ich mit einer großen Selbstverständlichkeit einen Partner nach Hause gebracht hätte. Ich habe Mut gebraucht, um nach meinem Coming-Out meine weinende Mutter und meinen Vater, der "nicht erfreut über die Neuigkeiten" war, zu ertragen. Mir wäre ein anderer Verlauf auch lieber gewesen, aber das ist realitätsfremd, weshalb viele andere Mut brauchen, ihre sexuellen Präferenzen zu labeln, die nicht in das Bild der gelebten Heteronorm passen. Der Zwang, mir ein Label aufzudrücken, ist mir nicht angeboren worden Die Angst vor Ablehnung aufgrund des eigenen andere seins ist groß und leider in manchen Fällen berechtigt.

      Für mich ist es vollkommen stimmig, mich als homosexuell zu bezeichnen. Wenn ich auf den Wiener Straßen unterwegs bin, weiß ich schon gar nicht mehr, auf welchen Männerarsch ich zuerst blicken soll. Wer weiß, vielleicht ändert sich das. Zur Zeit kann ich mir ein Leben auf dem Land auch nicht vorstellen, aber die Präferenz nach einem urbanen Wohnumfeld kann im Laufe der Jahre wechseln. Wie sehr sich jemand von einer Bezeichnung einengen lässt, ist eher eine Frage des jeweiligen Individuums.
    • Original von Clemo
      Danke Bereth, für den Dreh im Thread. :)
      Original von BerethKann eine Frau, die sich als lesbisch identifiziert, sicher sein, dass sie sich niemals emotional zu einem Mann hingezogen fühlt? Kann ein Mann, der sich als heterosexuell identifiziert, sicher sein, niemals Gefühle für einen anderen Mann zu entwickeln?

      Ich würde diese Fragen klar mit "Nein" beantworten (und somit hoffentlich nicht Titanias ewigen Zorn auf mich ziehen xD).


      Hab schon Schaum vor dem Mund. ;) Nee, aber mal im Ernst. Wenn sich jemand in einer späteren Phase in das andere Geschlecht verliebt, war er doch verkappt bisexuell, oder nicht? :P Wir reden hier also von einem Schluss analytisch-apriori da schon in der Definition angelegt. Ha! ;) *stupf*


      Wie immer gilt jedoch, dass ich mit dieser Ansicht nur für mich sprechen kann.

      :thumbs_up:

      Die Sache ist ja historisch betrachtet die: Im Laufe der Geschichte haben viele Menschen Ächtung, Verfolgung und Tod in Kauf genommen, weil sie ihre sexuelle Orientierung eben nicht ändern konnten. Ich stelle also in Frage, dass das man-verliebt-sich-in-Menschen-nicht-das-Geschlecht für alle gilt.


      Für mich ist es vollkommen stimmig, mich als homosexuell zu bezeichnen. Wenn ich auf den Wiener Straßen unterwegs bin, weiß ich schon gar nicht mehr, auf welchen Männerarsch ich zuerst blicken soll.


      :thumbs_up:!!! ;)
      when in doubt, do it.

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    • Es macht mich sehr traurig zu lesen, was Vas-ys Eltern gesagt haben. Das finde ich wirklich heftig.




      Wenn ich mich einteilen müsste, wäre es Pansexuell. Es ist mir wirklich sowas von egal welches Geschlecht jemand hat. Gott sei dank sind wir, was Geschlechterrollen angeht, ein kleines bisschen weiter als früher und andere Länder.
      Mich selbst nervt es noch, wenn andere auf der Straße diskutieren, was für ein Typ ich denn nun sei. Es geht die doch überhaupt nichts an! Oder machen die sich solche sorgen, ob ich jemanden an meiner Seite habe? Danke, aber ich bin verheiratet.


      Zurück zur Sexualität: Frau ziehen mich mehr an und ich bin trotzdem mit einem Mann zusammen.
      forever alone
    • Auch wenns schlechte Ettiquette ist, diesen Thread immer wieder auszugraben...

      Wie ist eigentlich die Argumentation momentan, wie Homosexualität (o.Ä.) entsteht?
      Die häufigsten, die mir bekannt sind, ist das "Es ist angeboren" oder das "Erlernte".
      Die Frage kommt für mich deshalb auf, da beides von einem homophoben Standpunkt negativ argumentiert werden können.
      Etwas angeborenes würde suggerieren, dass es genetischen Ursprung hat und somit "behandelbar" ist, durch Gentherapie oder per Früherkennung im Mutterleib erkannt werden und abgetrieben werden kann. Bzw. im simpleren Sinne würde ein radikaler Weg wäre, nähere Verwandschaft auszuschalten oder zu sterilisieren, da diese entweder ihre Homosexualität verstecken oder nur Träger sind, die zu mehr Homosexuellen führen würden.

      Das Anerzogene wäre für Homophobe die "angenehmere" Option. Diese Leute könnten durch therapeutische Maßnahmen u.A. "geheilt" werden. Außerdem wäre es ein Argument für heteronormativere Medien und "gute alte Traditionen", da ja eindeutig diese neuen Erfindungen ihre Kinder mit homosexuellen Ideen indoktrinieren.


      ....Ach. Da war ja auch die Hochzeitsgeschichte in Amerika.
      Ich glaube nicht, dass sich dadurch viel ändern wird auf Anhieb. Juchu, du darfst deine große Liebe heiraten! .... Du wirst trotzdem von den nächstbesten Homophoben verprügelt oder gemeuchelt.
    • Original von Shadow mirror
      Auch wenns schlechte Ettiquette ist, diesen Thread immer wieder auszugraben...

      Wie ist eigentlich die Argumentation momentan, wie Homosexualität (o.Ä.) entsteht?
      Die häufigsten, die mir bekannt sind, ist das "Es ist angeboren" oder das "Erlernte".
      Die Frage kommt für mich deshalb auf, da beides von einem homophoben Standpunkt negativ argumentiert werden können.
      Etwas angeborenes würde suggerieren, dass es genetischen Ursprung hat und somit "behandelbar" ist, durch Gentherapie oder per Früherkennung im Mutterleib erkannt werden und abgetrieben werden kann. Bzw. im simpleren Sinne würde ein radikaler Weg wäre, nähere Verwandschaft auszuschalten oder zu sterilisieren, da diese entweder ihre Homosexualität verstecken oder nur Träger sind, die zu mehr Homosexuellen führen würden.

      Ad "es ist angeboren": In meinen Augen ist es ja nicht einmal als ein Argument gegen Homosexualität zu werten, wenn diese durch genetische Eingriffe verändert werden könnte. So nach dem Motto: "Homosexualität ist genetisch veränderbar, also hat sie kein Recht zu existieren." Was bleibt, ist nach wie die ethische Frage, inwiefern sich eine Person das Recht nehmen darf, über die angeborene Sexualität - falls sie wirklich angeboren ist - eines anderen zu entscheiden.
    • Original von Vas-y
      Original von Shadow mirror
      Auch wenns schlechte Ettiquette ist, diesen Thread immer wieder auszugraben...

      Wie ist eigentlich die Argumentation momentan, wie Homosexualität (o.Ä.) entsteht?
      Die häufigsten, die mir bekannt sind, ist das "Es ist angeboren" oder das "Erlernte".
      Die Frage kommt für mich deshalb auf, da beides von einem homophoben Standpunkt negativ argumentiert werden können.
      Etwas angeborenes würde suggerieren, dass es genetischen Ursprung hat und somit "behandelbar" ist, durch Gentherapie oder per Früherkennung im Mutterleib erkannt werden und abgetrieben werden kann. Bzw. im simpleren Sinne würde ein radikaler Weg wäre, nähere Verwandschaft auszuschalten oder zu sterilisieren, da diese entweder ihre Homosexualität verstecken oder nur Träger sind, die zu mehr Homosexuellen führen würden.

      Ad "es ist angeboren": In meinen Augen ist es ja nicht einmal als ein Argument gegen Homosexualität zu werten, wenn diese durch genetische Eingriffe verändert werden könnte. So nach dem Motto: "Homosexualität ist genetisch veränderbar, also hat sie kein Recht zu existieren." Was bleibt, ist nach wie die ethische Frage, inwiefern sich eine Person das Recht nehmen darf, über die angeborene Sexualität - falls sie wirklich angeboren ist - eines anderen zu entscheiden.
      Radikalere Staatenwürden dies tun, ohne zu zögern. (Naher Osten, Partiell der Ostblock) und diese würden Abtreibungstourismus mit Freude fördern. Sie würden auch die Homosexuellen in ihrem Land als genetisch erkrankt abstempeln und zwingen, sich therapieren zu lassen. (Ich kann mir durchaus vorstellen, dass diese Antiandrogentherapien erzwingen würden).
    • Da gibt es etwas allgemeines, was ich mich schon lange frage.

      Ich komme anschließend zum Punkt, kurz vorweg: Ich weiß sehr lange und genau, wie es im Polizeiberuf und im Militärdienst ist, und allgemein im Mannschaftssport. Die Meisten denken und dachten schon immer so wie ich, man hat nichts gegen Homo- Bi- oder Transexuelle im eigenem Team oder Zug, nicht auch nur das Geringste, das ist eine Tatsache.

      Es ist nur eine Art Unsicherheit oder die Selbe davor, daß wenn sich Kollegen im Team, Zug oder in der Hundertschaft verlieben, denn es könnte das Relevante im Beruf vernachlässigt werden. Selbst früher war es ein Tabuthema, aber so ist es: was Andere im Privatleben machen, ist einem völlig egal, im Regelfall.

      Aber: Medienvertreter vor, um ein einziges Beispiel zu nennen, 11 Jahren während der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, hatte der Trainer der Nigerianischen Nationalmannschaft öffentlich vor der Presse tatsächlich geäußert, übersetzt: "Ich habe erstmal die Lesben aussortiert, ...", regten sich lauthals über Intoleranz gegenüber anderen sexuellen Identitäten, also auch gegenüber homosexuellen Männern.

      Dazu, Vermeintlich sollte der Deutsche Fußballer Philip Lahm behauptet haben, Schwule Fußballer sollten sich nicht zur dieser Identität bekennen, Fußballer Thomas Hitzlsperger tat es aber vor Jahren, nach Beendigung der Karriere. Homosexualität unter Herren im Profifußball sei das ganz große Problem etc.

      Da frage ich mich aber: wieso wird nach Sieg einer Herren-Fußballmannschaft immer "We Are The Champions" von Queen gespielt? Obwohl Sänger Freddie Mercury schon vor 50 Jahren die Weltöffentlichkeit von sich wissen ließ, daß er homosexuell war? und paar Tage vor seinem Versterben im November 1991 sich sogar zur HIV-Infektion bekannte?

      Also so viel Mut hatte bisher meines Wissens sonst nie jemand, auch danach nicht, gehabt. Nicht einmal ich. Daher sagte ich, vor 20 Jahren bekannte ich mich gegenüber paar Leuten privat als kleinteils- bisexuell, und tue es hiermit mal öffentlich mit diesem Beitrag. Da so viele Leute sonst auch früher behaupteten, diese seien die typischen Herrenbilder mit Ehefrau und Kindern, obwohl es so sehr oft nicht stimmte, lasse ich es mal sein, zu sagen, daß es bei mir stimmt, daß ich schon lange Kinder habe und es ganze 1 1/2 Wochen geschafft hatte mal, eine Ehe zu halten.

      Naja hiermit schrieb ich es trotzdem. :)
      "Here's to you, Nicolas and Bart
      Rest forever here in our hearts
      The last and final moment is yours
      That agony is your triumph."

      Ennio Morricone, Joan Baez - "Here's To You"


      May the Tri-force be with us!
    • Respekt für deinen Mut und herzlichen Glückwunsch zu diesem großen Schritt! <3
      Schön, dass du das geteilt hast.

      "Time passes, people move... Like a river's flow,it never ends... A childish mind will turn to noble ambition... Young love will become deep affection... The clear water's surfacereflects growth...
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    • Neu

      Zweiblum schrieb:

      Ähem...das Bild stammt wohl anscheinend noch aus deiner früheren wilden PartyHeterozeit [Blockierte Grafik: http://www.handykult.de/plaudersmilies.de/person/fro.gif]

      ich kanns mir beim besten willen nicht vorstellen mit einem Mann zu "verkehren".
      Wie überaus zweideutig. ;)

      @Topic:

      Ziemlich merkwürdiger Fred. Ich kann mir, wie bereits oben erwähnt kaum vorstellen dass sich jemand ernsthaft outet, nur weil jetzt ein entsprechendes Neugierde-Topic dafür eröffnet wurde...
      Leider funktioniert der Link nicht.
      Liebe Grüße