BFS7 - the buttfucking stories

    • Geschichten/Texte

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • So, damit ein Anfang gesetzt ist und auch klar ist, ich habe die Geschichten nicht vergessen, versuche ich jetzt kurz etwas zu den ersten vier zu sagen und so sukzessive den Stapel abzuarbeiten. Meine Eindrücke sind alle höchst subjektiv und daher bitte nicht persönlich zu nehmen. Ich bewerte die Geschichte, nicht die Person, die dahinter steht. Mit dem aus dem Weg, muss ich sagen, dass dieses Mal einige Geschichten wirklich null an mich gegangen sind, teils weil ich zu verwirrend, teils weil ich sie zu prätentiös fand, teils auch, weil ich mit dem behandelten Thema so gar nicht konnte. Das ist aber nicht der Geschichte anzulasten, sondern meinem persönlichen Geschmack. Ich bin noch immer an einem Punkt in meinem Leben, wo ich beruflich viel lesen muss, was mich nicht immer toll interessiert, deswegen habe ich in meiner Freizeit wenig Geduld für Texte, die mich nicht sofort fesseln. Einige eurer Geschichten fielen halt für mich in diese Kategorie und entsprechend harsch fällt dann vielleicht das Urteil aus. Nur damit ihr wisst, womit ihr da bei mir seid.

      Bereths "Geister"

      Das gefiel mir:
      Ich finde es grundsätzlich irgendwie anheimelnd, wenn alte BFS-Charaktere wieder auftauchen, daher hab ich mich sehr über ein Wiedersehen mit Janice gefreut. Schön fand ich auch, mal nicht über einen "Mainstream"-Charakter lesen zu müssen, sondern über eine schwarze Lesbe. Sie in eine Geistergeschichte hereinstolpern zu lassen, hatte definitiv etwas. Sprachlich gab es nichts auszusetzen und mir sind auch keine Assos negativ aufgefallen.

      Das gefiel mir nicht:
      Ich glaube, ich hätte lieber eine Geschichte über Nneka gelesen - sie klang wie der interessantere Charakter. Eine andere Kritik bezeichnete sie als zu "abgebrüht" und ich glaube, dem schließe ich mich an. Sie ist kein sympathischer Chara, obwohl sie das vermutlich sein sollte. Ich fand es auch ein bisschen zu SJW-lastig und doch etwas verwirrend, was die Rolle des Geistes jetzt genau war.

      Gesamteindruck:
      Eine solide geschriebene Geschichte, die sich kurzweilig las, aber von einer sympathischeren Protagonisten profitiert hätte.


      Termina "Morgen ist ein neuer Tag"

      Das gefiel mir:

      Du hast einen flüssigen Schreibstil, der es einem leicht macht, der Geschichte zu folgen und die Enthüllung des Erzählers ist ein Stilmittels, das ich sehr schätze.

      Das gefiel mir nicht:

      So leid es mir tut, aber das war eine der Geschichten, die absolut nicht an mich gingen, was nichts mit deinem Talent als Erzählerin/Autorin zu tun hat. Sie hat nur einfach ein Thema, über das ich nicht gerne lese, weil ich das im RL schon ständig habe. Darüber hinaus hat sie mich leider irgendwie total verwirrt mit den inhaltlichen Sprüngen und den Andeutungen, die dann am Schluss nicht wirklich aufgeklärt wurden.

      Gesamteindruck:

      Diese Geschichte ist soweit ich weiß dein Debüt als Autorin und hat deswegen eine Menge Potential - sprachlich hast du auf jeden Fall drauf. Es ist keine schlechte Geschichte und enthält viele gute Ansätze, sie hat nur einfach meinen Geschmack inhaltlich nicht getroffen.



      shad "Echsil"

      Das gefiel mir:
      Weirde Umsetzung verrückter Verschwörungstheorien sind ein Steckenpferd von mir und dein Worldbuilding fand ich faszinierend und cool. Über diese Welt hätte ich gerne mehr gelesen.

      Das gefiel mir nicht:

      Heißt Norberts Freundin Milana oder Miliana? Da kannst du dich nicht entscheiden. Solche Ungereimtheiten reißen mich immer ein bisschen raus. Fand auch das Ende etwas abrupt und verwirrend - der Plottwist ist zwar irgendwie so schön gesellschaftskritisch, aber bleibt unter seinem Potential zurück. Sprachlich war es an einigen Stellen etwas holperig.

      Gesamteindruck:

      Ein interessantes Setting das du schaffst und mit interessanten Charakteren besetzt, das aber hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Assos sind mir keine aufgefallen.



      Heyday "Kommunalwahlen"

      Das gefiel mir:

      Ich rolle normal die Augen, wenn ich etwas "Gesellschaftskritisches" vorgesetzt bekomme, aber diese Geschichte hat bei mir einen Nerv getroffen, sie klingt auf so vielen Ebenen so wahr und macht so wütend, weil man diese Ungerechtigkeiten jeden Tag auf's Neue erlebt. Die Protagonistin als Ukrainierin, die aufgrund ihrer Herkunft noch einmal extra auf die Nuss kriegt hat mich definitiv überzeugt. Sprachlich durchweg solide, mir fiel auf den ersten Blick nichts auf.

      Das gefiel mir nicht:
      Tatsächlich blieb mir nichts negativ im Gedächtnis hängen, das erwähnenswert wäre.


      Gesamteindruck:

      Ein solider, kenntnisreicher Beitrag, der bei mir einen Nerv trifft.


      Zu den Kommentaren zu Erna gehe ich an anderer Stelle ein. Danke für's Lesen, Kommentieren, Kritisieren schonmal. Ich kann alle kritischen Sachen auf jeden Fall nachvollziehen - auch ich finde den Übergang Weihnachtsmarkt-Schule nicht so gelungen.