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    • Juandalyn schrieb:

      Ich befürchte das wird noch ein oder zwei Generationen dauern. An sich findet ja ein Umdenken statt, der Artikel beschreibt ja auch, wie sich die Lage seit 1995 geändert hat. Und wie ich mich daran noch erinnere. Meine Eltern und deren Freunde stammen nämlich auch noch aus einer Generation in der viele die Auffassung hatten, eine Mutter, die arbeiten geht, ist entweder vom Mann verlassen worden oder eine Rabenmutter. Ich erinnere mich noch an ein oder zwei Klassenkameraden, die hatten arbeitende Mütter... und im (vorwiegend mütterlichen) Freundeskreis wurde gelästert, was das Zeug hielt.
      Finde interessant, dass du das so berichtest. Kommst du aus Westdeutschland? In Ostdeutschland war es ja immer üblich, dass auch die Mutter voll arbeiten geht, somit habe ich von dem Rabenmuttervorwurf hier noch nie gehört.


      Juandalyn schrieb:

      Nun, zurück zur heutigen Situation. Es muss ein Umdenken stattfinden. Vor einigen Jahrzehnten wurde noch gesagt, Frauen seien zu "gefühlsduselig" für Berufe wie Polizei, Gerichtswesen und ähnlichem. Heutzutage müssen wir erkennen, dass Frauen auch körperlich anstrengende Arbeit verrichten können, sowie eben nicht nur emotional denken, sondern auch sachlich und logisch - immer noch ein Vorurteil in den Naturwissenschaften. Aber wie gesagt, ich denke das kommt noch. Wenn wir nicht wieder in eine ultrakonservative politische Lage stürzen, wenn man sich mal Großbritannien und Östereich anguckt (aber was sage ich da, ein Land das von der CDU regiert wird und wo die AfD die drittstärkste Partei ist ist ebenfalls in einer brenzligen Lage).
      Sicher existiert in konservativen Kreisen auch noch das Denken, dass Frauen bestimmte Tätigkeiten schlicht nicht ausüben können. Mit Norwegen existiert aber ein interessantes Beispiel, das über eine sehr gleichberechtigte Gesellschaft verfügt und sehr viel für die Kinderbetreuung tut und trotzdem weltweit mit die stärkste Unausgewogenheit zwischen Berufsgruppen und -sektoren hat, sprich, Frauen sehr viel öfter im öffentlichen Dienst oder im Gesundheitswesen arbeiten und Männer dafür in technischen Berufen. Daraus folgt auch bei gleicher Bildung ein signifkanter Lohnunterschied, der wohl nicht schlicht an Diskriminierung durch den Chef liegt.
      Es gibt auch Zahlen über den Anteil von Frauen bei Mathematikern, und Länder wie Italien und Estland stehen dabei sehr viel besser da als die egalitären nordischen Länder.

      Gehen wir also davon aus, dass die Frauen vielerorts sehr wohl als Mathematiker und auf der Bohrinsel arbeiten könnten, wenn sie gutes Geld verdienen wollen. Wieso tun sie es dann nicht?
      (Ich bin um Himmels Willen die letzte, die Frauen an den Herd verbannen will. Gibt es aber diesen biologischen Einfluss nicht durchaus?)





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      In other news: Johnson tritt zurück und Farage tritt zurück.
      Letzterer hat den Brexit vorangetrieben aber war mit seinen kleinen UKIP wohl nie ein ernsthafter Kandidat für den Posten des Premierministers, um das Ganze dann konkret auch umzusetzen. Ersterer schon. Es wirkt tatsächlich so, als sei die Aufgabe nach dem erfolgreichen Votum jetzt doch etwas groß für sie. Es wirkt natürlich schon etwas so, als würden sie sich aus der Verantwortung stehen wollen und jemand anders müsse das nun ausbaden ohne dass Großbritanniens Wirtschaft crasht.

      Auf der anderen Seite kann man auch nicht jeden Brexit-Wähler gleich als nationalistischen Dummkopf abstempeln.
      Es gibt sehr wohl berechtigte Denken als der derzeitigen Funktionsweise der EU. Volksabstimmungen lähmen den Fortschritt natürlich und in der Vergangenheit wurden Wahlen schon öfter nach kleiner Abänderung der Gesetze wiederholt, bis das Ergebnis stimmte. Jetzt gerade tut die Kommission alles, um das Freihandelsabkommen CETA nicht durch die Länderparlamente schleusen zu müssen, sondern durch nicht-gewählte Vertreter beschließen zu lassen.

      Dass sich Unmut in der Bevölkerung regt, lässt sich an Brexit und Wähleranteilen für AFD, FPÖ und Konsorten ablesen. Nun kann man aber bis zu 50% der Wähler nicht pauschal als blöde Rassisten abtun. Dahinter stehen sehr wohl Meinungen, die zugegeben in Medien, der EU und der etablierten deutschen Parteienlandschaft nicht viel Raum haben. Wenn diese sofort verdrängt und verspottet werden, ist die Suche nach Alternativen (wortwörtlich) ziemlich logisch.

      Vielleicht muss also mal wieder ein Ruck durch die EU gehen, damit über Reformen nachgedacht wird. Der Brexit ist sicherlich einer, aber leider ein schmerzhafter und permanenter. Vielleicht schießen die Briten sich dabei auch wirtschaftlich voll ins Knie; ich möchte jedenfalls im Moment kein Brite sein.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Luffel () aus folgendem Grund: Fazit hinzugefügt

    • Luffel schrieb:

      Finde interessant, dass du das so berichtest. Kommst du aus Westdeutschland? In Ostdeutschland war es ja immer üblich, dass auch die Mutter voll arbeiten geht, somit habe ich von dem Rabenmuttervorwurf hier noch nie gehört.
      Bingo. Bei Freunden deren Familien ebenfalls aus dem Osten stammen habe ich auch mitbekommen, dass deren Mütter arbeiten gingen. Deswegen gibts ja auch den riesigen Unterschied zwischen Renten für Frauen im Osten und Frauen im Westen - Frauen im Westen haben einfach mit den Kindern aufgehört zu arbeiten (natürlich nicht alle, aber eben ein großer Teil). Der Unterschied ist, soweit ich weiß, um einiges größer als bei den Renten der Männer.

      Luffel schrieb:

      Sicher existiert in konservativen Kreisen auch noch das Denken, dass Frauen bestimmte Tätigkeiten schlicht nicht ausüben können. Mit Norwegen existiert aber ein interessantes Beispiel, das über eine sehr gleichberechtigte Gesellschaft verfügt und sehr viel für die Kinderbetreuung tut und trotzdem weltweit mit die stärkste Unausgewogenheit zwischen Berufsgruppen und -sektoren hat, sprich, Frauen sehr viel öfter im öffentlichen Dienst oder im Gesundheitswesen arbeiten und Männer dafür in technischen Berufen. Daraus folgt auch bei gleicher Bildung ein signifkanter Lohnunterschied, der wohl nicht schlicht an Diskriminierung durch den Chef liegt.
      Es gibt auch Zahlen über den Anteil von Frauen bei Mathematikern, und Länder wie Italien und Estland stehen dabei sehr viel besser da als die egalitären nordischen Länder.
      Das ist in der Tat interessant und war mir nicht bekannt. Wobei Beruf und Gehalt ja nicht immer zusammenhängen, sondern überwiegend, was man daraus macht. Das Gesundheitswesen, insbesondere der Arztberuf, ist in Russland von Frauen geprägt, dort verdienen Ärzte aber bei weitem nicht so viel wie hier. Im Gegenteil, sie verdienen sogar sehr wenig.

      Luffel schrieb:

      Gehen wir also davon aus, dass die Frauen vielerorts sehr wohl als Mathematiker und auf der Bohrinsel arbeiten könnten, wenn sie gutes Geld verdienen wollen. Wieso tun sie es dann nicht?
      (Ich bin um Himmels Willen die letzte, die Frauen an den Herd verbannen will. Gibt es aber diesen biologischen Einfluss nicht durchaus?)
      Wahrscheinlich sozialer Druck? Sicher gibt es Frauen die sich einen darauf pfeifen was andere denken, ihre Koffer packen und sich auf zur nächsten Bohrinsel machen. So "lustige" Witze wie "Ich studiere Ingenieurswissenschaften und hier sind keine Frauen, zumindest keine, die man als solche erkennen könnte" oder "there are no women on the internet" wirken vielleicht nicht bahnbrechend, aber sie spiegeln schon eine Situation wieder, die existiert.

      Ich will auch nicht behaupten, dass Frauen nicht selbst an den Image schuld sind. Oftmals setzen Frauen auch Frauen unter Druck. Das sind sogar meistens die, die als erstes reden... sozialer Ausschluss, Lästereien bis zum Mobbing folgen. Das könnte ich mir auch in Skandinavien vorstellen, wo es von staatlicher Seite keine Beschränkungen gibt.
      >:3c
    • Lüffel schrieb:

      Gehen wir also davon aus, dass die Frauen vielerorts sehr wohl als Mathematiker und auf der Bohrinsel arbeiten könnten, wenn sie gutes Geld verdienen wollen. Wieso tun sie es dann nicht?
      (Ich bin um Himmels Willen die letzte, die Frauen an den Herd verbannen will. Gibt es aber diesen biologischen Einfluss nicht durchaus?)
      Nein. Schlichtweg nein ;)

      Der Grund liegt aus meiner Sicht darin, dass nur 14% der Frauen keine Kinder wollen und die restlichen 86 Prozent wohl eher wenig Wert darauf legen, ein Baby auf einer verdammten Bohrinsel aus ihrer Gebärmutter zu pressen. Es ist eben ein Faktum, dass das nur bis 35 geht, und das ist sicherlich schwierig in Berufen, in denen man 24/7 um die Welt jettet oder körperliche Arbeit leistet, während man im 7. Monat ist.
      Und natürlich ist das soziale Prägung -- wenn man Frauen in technischen Berufen als unweiblich bezeichnet (und das geschieht gottlob oft), werden sich's viele zehn Mal überlegen.
      when in doubt, do it.

      Homepage! / Youtube-Channel
    • Juandalyn schrieb:

      Luffel schrieb:

      Gehen wir also davon aus, dass die Frauen vielerorts sehr wohl als Mathematiker und auf der Bohrinsel arbeiten könnten, wenn sie gutes Geld verdienen wollen. Wieso tun sie es dann nicht?
      (Ich bin um Himmels Willen die letzte, die Frauen an den Herd verbannen will. Gibt es aber diesen biologischen Einfluss nicht durchaus?)
      Wahrscheinlich sozialer Druck? Sicher gibt es Frauen die sich einen darauf pfeifen was andere denken, ihre Koffer packen und sich auf zur nächsten Bohrinsel machen. So "lustige" Witze wie "Ich studiere Ingenieurswissenschaften und hier sind keine Frauen, zumindest keine, die man als solche erkennen könnte" oder "there are no women on the internet" wirken vielleicht nicht bahnbrechend, aber sie spiegeln schon eine Situation wieder, die existiert.
      Ich will auch nicht behaupten, dass Frauen nicht selbst an den Image schuld sind. Oftmals setzen Frauen auch Frauen unter Druck. Das sind sogar meistens die, die als erstes reden... sozialer Ausschluss, Lästereien bis zum Mobbing folgen. Das könnte ich mir auch in Skandinavien vorstellen, wo es von staatlicher Seite keine Beschränkungen gibt.

      Titania schrieb:

      Lüffel schrieb:

      Gehen wir also davon aus, dass die Frauen vielerorts sehr wohl als Mathematiker und auf der Bohrinsel arbeiten könnten, wenn sie gutes Geld verdienen wollen. Wieso tun sie es dann nicht?
      (Ich bin um Himmels Willen die letzte, die Frauen an den Herd verbannen will. Gibt es aber diesen biologischen Einfluss nicht durchaus?)
      Nein. Schlichtweg nein ;)
      Der Grund liegt aus meiner Sicht darin, dass nur 14% der Frauen keine Kinder wollen und die restlichen 86 Prozent wohl eher wenig Wert darauf legen, ein Baby auf einer verdammten Bohrinsel aus ihrer Gebärmutter zu pressen. Es ist eben ein Faktum, dass das nur bis 35 geht, und das ist sicherlich schwierig in Berufen, in denen man 24/7 um die Welt jettet oder körperliche Arbeit leistet, während man im 7. Monat ist.
      Und natürlich ist das soziale Prägung -- wenn man Frauen in technischen Berufen als unweiblich bezeichnet (und das geschieht gottlob oft), werden sich's viele zehn Mal überlegen.
      Trotzdem zeigt sich in den internationalen Statistiken über Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern ein sehr unterschiedliches Bild. Man könnte doch erwarten, dass Egalität und Kinderbetreuung die Unterschiede in den nordischen Ländern negieren, während die Macho-Kultur in Süd- und Osteuropa diese verstärken. Diese Korrelationen gehen aber quer durch alle geographischen Blöcke und Deutschland diskriminiert Frauen wohl nicht mehr, als einige andere Länder auf der Welt. Die Faktoren gehen also über kulturelle Diskriminierung hinaus.



      Juandalyn schrieb:

      Luffel schrieb:

      Sicher existiert in konservativen Kreisen auch noch das Denken, dass Frauen bestimmte Tätigkeiten schlicht nicht ausüben können. Mit Norwegen existiert aber ein interessantes Beispiel, das über eine sehr gleichberechtigte Gesellschaft verfügt und sehr viel für die Kinderbetreuung tut und trotzdem weltweit mit die stärkste Unausgewogenheit zwischen Berufsgruppen und -sektoren hat, sprich, Frauen sehr viel öfter im öffentlichen Dienst oder im Gesundheitswesen arbeiten und Männer dafür in technischen Berufen. Daraus folgt auch bei gleicher Bildung ein signifkanter Lohnunterschied, der wohl nicht schlicht an Diskriminierung durch den Chef liegt.
      Es gibt auch Zahlen über den Anteil von Frauen bei Mathematikern, und Länder wie Italien und Estland stehen dabei sehr viel besser da als die egalitären nordischen Länder.
      Das ist in der Tat interessant und war mir nicht bekannt. Wobei Beruf und Gehalt ja nicht immer zusammenhängen, sondern überwiegend, was man daraus macht. Das Gesundheitswesen, insbesondere der Arztberuf, ist in Russland von Frauen geprägt, dort verdienen Ärzte aber bei weitem nicht so viel wie hier. Im Gegenteil, sie verdienen sogar sehr wenig.
      Wenn das Gesundheitssystem in Russland so unterfinanziert ist, presst das ja ironischerweise die Lohnschere zwischen den Geschlechtern wieder zusammen. Ob nun männlicher Oberarzt und weibliche Krankenschwester oder andersrum - in der Statistik sieht es dann ausgeglichener aus weil beim Lohn eh nicht viel Spielraum ist.
      Größere Unterschiede tun sich jedoch zwischen den verschiedenen Sektoren auf und die Privatwirtschaft hat nun mal mehr Spielraum für große Gehälter. Das betrifft oft Ingenieure, Chemiker, Wirtschaftswissenschaftler... also "Männerfächer". Die Frau ist zwar auch hochgebildet, aber geht dann ins Gesundheitssystem und wird selbst als Ärztin dann wieder schlechter bezahlt, als wenn sie sich an die Privatwirtschaft verkauft.
    • Um mal wieder auf Politik in Europa zu kommen: Laut Röttgen wird Merkel für eine 4. Amtszeit als Kanzlerin kandidieren.

      Halte ich persönlich für fragwürdig. Nicht, dass ich aus den großen Parteien einen besseren Vorschlag hätte. Aber Merkel hat sich in den letzten drei Jahren sicher einiges an Zuneigung verspielt, leider auch wegen der Flüchtlingspolitik. Ich bin nicht mal großartig dagegen, eben wegen mangelnder Alternativen. CDU und alles rechts davon ist nicht meine Welt, bin halt doch ein rot-grün versiffter Gutmensch, aber Merkel wäre in meinen Augen davon das kleinere Übel. Insbesondere wenn links davon Gabriel antritt.
      >:3c
    • Ich hätte ja nichts gegen Die Linke als Regierungspartei mit Gysi als Kanzler, aber das wird wohl leider ein Wunschtraum bleiben... ._.

      Da es von Merkel selbst noch keine Stellungnahme gibt und sie eher erschöpft wirkt von den Ereignissen der letzten Jahre, glaube ich aber auch bis zu ihrem eigenen Wort nicht, dass sie wieder antritt. Ich finde, die Frau braucht auch mal eine Pause - und die deutsche Politik frischen Wind.
    • Die Union bei 34% in Umfragen, schlecht geht's ihnen also wirklich nicht mit Merkel. Eine richtige Abneigung kann man gegen sie auch nur schwer haben, also warum würden sie daran rütteln? Die SPD dümpelt vor sich her und hat keinen so wirklich populären Kandidaten, also sieht alles so aus, als ob es weitergeht wie bisher. Zwar scheint die Stagnation wirklich viele unzufrieden zu machen (siehe steigende Prozente für die AfD), aber noch sieht sich die GroKo ja komfortabel in der Mehrheit.
    • Bereth schrieb:

      Ich hätte ja nichts gegen Die Linke als Regierungspartei mit Gysi als Kanzler, aber das wird wohl leider ein Wunschtraum bleiben... ._.
      Ich muss zugeben, dass mir die Wagenknecht seit einiger Zeit recht gut gefällt. Allerdings gilt die Linke für viele ja als unwählbar, weswegen weder Gysi noch Wagenknecht großartige Chancen als Kandidaten hätten.

      Bereth schrieb:

      Da es von Merkel selbst noch keine Stellungnahme gibt und sie eher erschöpft wirkt von den Ereignissen der letzten Jahre, glaube ich aber auch bis zu ihrem eigenen Wort nicht, dass sie wieder antritt. Ich finde, die Frau braucht auch mal eine Pause - und die deutsche Politik frischen Wind.
      Definitiv. Ich kann mir auch vorstellen, dass die ganze Kritik - und es war ja nicht nur Kritik, es waren persönliche Angriffe, Drohungen, Hetzungen - stark an den Nerven zehrt. An sich finde ich 4 Amtszeiten jedoch eh übertrieben. Aber naja, die anderen Möglichkeiten sind halt bescheiden...

      Luffel schrieb:

      Die Union bei 34% in Umfragen, schlecht geht's ihnen also wirklich nicht mit Merkel. Eine richtige Abneigung kann man gegen sie auch nur schwer haben, also warum würden sie daran rütteln? Die SPD dümpelt vor sich her und hat keinen so wirklich populären Kandidaten, also sieht alles so aus, als ob es weitergeht wie bisher. Zwar scheint die Stagnation wirklich viele unzufrieden zu machen (siehe steigende Prozente für die AfD), aber noch sieht sich die GroKo ja komfortabel in der Mehrheit.
      Stimmt. Die CDU ist immer noch stärkste Partei auf Bundesgebiet, also fährt man mit Merkel auf der sicheren Schiene. Andere Parteikandidaten hätten es wahrscheinlich schwerer, der Seehofer als Unsympath, die von der Leyen als... ich weiß ja nicht, der Dobrindt - um Himmels Willen. Die AfD wird schon nicht Regierungspartei werden, dafür wird sie von den anderen Parteien zu sehr gemieden, und selbst wenn am Ende eine Koalition aus Union, SPD und Grünen regiert (wobei da die CSU auf die Barrikaden gehen wird).

      Ich habe mal ein bisschen recherchiert, welche Leute die SPD ins Rennen schicken könnte.

      • Sigmar Gabriel (Parteichef der SPD und Vizekanzler), kennt man ja wahrscheinlich. Allerdings so charismatisch wie eine Backsteinmauer.
      • Hannelore Kraft (Ministerpräsidentin NRWs), hätte ich mir schon bei den letzten Wahlen als direkte Gegnerin für Merkel gewünscht. Mutti-Duell. Nicht, dass ich (als Bewohnerin NRWs) sie für außergewöhnlich fähig halte, aber um Fähigkeiten gehts bei der Wahl wahrscheinlich weniger (zumindest der einzelnen Kandidaten; ich denke, es wird eher parteilastig werden).
      • Olaf Scholz (Erster Bürgermeister Hamburgs), interessante Idee, will aber in Hamburg bleiben (dazu muss man sagen, dass Kraft in den Jahren zuvor auch angedeutet hat, NRW nicht verlassen zu wollen).
      • Martin Schulz (Präsident des EU-Parlaments), finde ich persönlich gar nicht so schlecht, ist aber auf Bundesebene unerfahren (würde aber wahrscheinlich eh Europa dem Kanzleramt vorziehen).
      • Ralf Stegner (Landesvorsitzender der SPD in Schleswig-Holstein). Kannte ich vorher auch nicht, will aber auch in SchleHo bleiben.


      Wahrscheinlich scheitert die SPD noch daran, dass keiner will.
      >:3c
    • Wagenknecht. ♥

      Sie wäre definitiv mal eine, die für mehr als nur das eigene Lager spricht. Generell scheint sie noch am wenigsten irgendwelche Parteiinteressen zu verfolgen als vielmehr allgemeine Themen. Ich hab in das ein oder andere Interview mit ihr reingeschaut und fand sie sehr vernünftig, kompetent, kontrolliert und sie bewies bei so ziemlich jeder Frage den Weitblick, der vielen Politikern, die so "ganz oben" herumschwirren, fehlt.

      "Interessant" finde ich die Schmierenkampagne gegen sie, sowohl außerhalb als auch innerhalb der Partei. Ich habe nicht mitbekommen, woher die Torte kam beispielsweise, die ihr ins Gesicht geklatscht wurde (Rache eines AfD-Sympathisanten?), doch was da an... "Argumentation" gegen sie abgeht, gleicht mitunter einer Hetzjagd. Es ist das typische Bild innerhalb ausgerechnet der Partei, die für Frauenrechte eintritt: Eine Frau, die nach Macht strebt, wird genau dafür kritisiert. Und es ist ein bekanntes Bild auch außerhalb: Die, die etwa monieren, dass Leute ins rechte Lager abwandern, werfen Wagenknecht so vor, dass sie genau diese Leute mit ihren Argumenten anspricht.

      Like? What? Das ist doch genau das, was notwendig ist, um eine Entgleisung nach rechts zu verhindern? Zumal sie sich (wo ich sie gehört und gelesen habe) grundsätzlich positiv den flüchtenden Menschen ggü., jedoch schlichtweg kritisch ggü. Merkels Politik gezeigt hat, die einfach nie sagte, WIE wir das schaffen? Die Vorwürfe gegen sie, sie bediene eine Rhetorik, die sich der rechten Szene anbiedert, ist für mich also nicht nachvollziehbar. Da erscheinen mir viele paranoid, da ja die meiste Kritik an Merkels Politik von der AfD stammt - und sobald jemand anders es wagt, ähnliche Punkte, jedoch mit einer anderen Motivation, anzusprechen, wird diese Position direkt mit Rechtspopulisten in einen Topf geworfen und Die Linke, statt hinter ihrer stärksten Frau zu stehen, macht sich für viele Menschen mit ihren inneren Parteiquerelen weiterhin unwählbar. Gratulation.
    • Ah, besten Dank, Lüffel. :)

      Ich habe ihre Äußerungen gelesen, die so kritisiert wurden. Die Reaktionen darauf, na ja, im besten Fall paranoid, im schlechtesten einfach böswillig. :thumbdown:

      Leute haben es irgendwie nicht so drauf, Sachen nicht in nem Vakuum zu sehen und MOTIVE mitzudenken. Oh noez, eine Äußerung, die ähnlich klingt, steckt bestimmt dasselbe Motiv dahinter! Dude.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bereth ()

    • Definitiv. Vor allen Dingen sind das dieselben Leute die sich über die winzige Rente beschweren - und Wagenknecht gehört zu denen, die dafür sorgen wollen, dass Rente und Lohn auch zum Leben reichen. Aber hey, die Flüchtlingspolitik raubt anderen Leuten ihr Geld... das wahrscheinlich eh nie in die Rentenkasse (oder an Obdachlose oder in die Schulbildung oder in Pflegeeinrichtungen etc.) gegangen wäre. Wie du eben sagst, Menschen.

      Übrigens: Es ist offiziell, Merkel macht's.
      >:3c
    • Colt, deshalb sagte ich auch, ich weiß es nicht.


      Und das von Merkel hab ich schon gehört. Mutig, wenn man die Stimmung gegen sie bedenkt. Angesichts der politischen Lage tut Europa etwas Stabilität auch sicher mal gut. Ob die jetzt mit Merkel erreicht wird, weiß ich nicht, aber bis auf Wagenknecht fiele mir auch keiner ein, der tatsächlich so ansatzweise ein Fels in der Brandung wäre und eben kein Fähnchen im Wind wie etwa der Gabriel...